| KONZEPT der Kindertagesstätte |
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8. Ein besonderes Bildungsangebot - die spielzeugfreie Zeit (SFZ) Nach umfangreicher konzeptioneller Vorarbeit des Teams bieten wir seit dem Jahr 2005 in unserem Kinderladen eine Spielzeugfreie Zeit an. Ab Mitte Mai bis zur Sommerschließzeit geht das Spielzeug "in die Ferien", für einen Zeitraum zwischen 6 und 8 Wochen. Gemeinsam mit Betreuern und Eltern verpacken die Kinder ihre Spielsachen und räumen den Kinderladen auf. Anschließend "verreisen" die Dinge, indem sie von Eltern abgeholt und eingelagert werden.
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Die Idee der Spielzeugfreien Zeit Mit dem Projekt der SFZ werden Erfahrungen möglich, die einen Gegensatz zum konsumierenden Umgang mit modernen Spielsachen darstellen, wie z.B. multifunktionelle Wandelroboter, Gameboy, Video-und Computerspielen oder Fernsehkonsum. Im Mittelpunkt steht das Freie Spiel mit anderen Kindern und nicht der Besitz von Dingen. Die Kinder lernen dabei ihre Stärken und Schwächen kennen und sind eher im Gleichgewicht mit sich selbst. Sie werden stärker zu eigenem Denken und Handeln angeregt, entdecken neue Fähigkeiten oder auch Grenzen, erfahren Möglichkeiten Phantasie und Kreativität freien Lauf zu lassen. Die Idee der SFZ hat ihren Ursprung in der Suchtprävention.
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Die Kernzeit der SFZ Die Kinder lernen eine neue Spielwelt kennen. Betreuer und Eltern schaffen für diese Zeit Materialien an, die Experimentierlust und Kreativität fördern und auch nach der SFZ im Kitaalltag weitere Verwendung finden können. Es handelt sich um Dinge, deren Gebrauch und Verwendung nicht konkret definiert und festgelegt sind. So werden z.B. Seile, Schnüre, Planen, Kannen etc. angeschafft. Die Kinder können unterwegs gefundenes Material mit in den Kinderladen bringen und Ideen zur weiteren Verwendung entwerfen. Naturmaterialien gehören ebenso dazu, wie verbeulte, alte Dosen, zerbeulte Briefkästen oder abgelegte Autoreifen. In dieser Zeit besuchen wir auch die Spielplätze in unserem Kiez nicht. Wir ziehen in Parks, auf Wiesen oder ins Berliner Umland, in Wälder und Forste.
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Kinder und Betreuer haben Planen, Schnüre, Seile und Werkzeuge dabei. Daraus entstehen z.B. Zelte, Höhlen oder Hütten-Unterkünfte auf Zeit. Um gemeinsam zu arbeiten, müssen die Kinder miteinander kommunizieren, planen und verbindliche Verabredungen treffen. In dieser Zeit beobachten wir besonders die Natur, haben immer kleine Sammelbehälter, Lupen und Bestimmungsbücher dabei. Das Interesse stößt auf Insekten, die ausführlich beobachtet und besprochen werden, auf Heilkräuter, essbare Wildpflanzen, die gesammelt und im Kinderladen gemeinsam mit den Betreuern zubereitet und verzehrt werden. Die Kinder lernen, Pflanzen zu bestimmen, genießbare von ungenießbaren zu unterscheiden. In einer klaren, reizarmen Umgebung erfahren sie ihre Sinne, entfalten ihre Kreativität und entdecken neue Fähig- und Fertigkeiten an sich. Die SFZ wird von allen Kindern und Betreuern sehr gemocht und einige Kinder weiten dies auch auf ihr privates Umfeld aus. Auch die jährliche Kitafahrt liegt in dieser Zeit.
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Für 5 Tage reisen wir aufs Land, wo wir frei von den Anforderungen des großstädtischen Lebens, wandern, schlaumeln, bauen, experimentieren, Biberspuren entdecken, Schmetterlinge beobachten, aber auch 5 Tage und Nächte miteinander verbringen. Dazu gehören, die eigenen Befindlichkeiten und die des Anderen, Gefühle, Sehnsüchte, Heimweh. In dieser Woche machen alle wichtige und wertvolle Erfahrungen im sozio-emotionalen Bereich, die das Gemeinschaftsleben in der Gruppe wesentlich bereichern. Am Ende der SFZ sind die Kinder so frei, ihr Umfeld selbstbewusst umzufunktionieren, so, wie sie es brauchen - ohne herkömmliches Spielzeug. Wir dokumentieren diese Zeit mit Fotos oder Videokamera, machen Tonaufnahmen die wir anschließend auf einem Elternabend mit den Eltern auswerten.
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